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Mein historischer Roman

Slawischer Frühling

Heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, haben als letzte auch die slavischen Völker Zugang zum werdenden Europa gefunden oder stehen vor dessen Toren und begehren Einlass. Schon einmal, Mitte des 9. Jahrhunderts, haben sie sich solcherart verspätet nach dem Ende der Avarenherrschaft, die eine frühere Bekehrung verhindert hatte, dem christlichen Abendland angeschlossen. Dieser Prozess des Hineinwachsens der slavischen Welt in die europäische Kulturgemeinschaft ist in deutscher Sprache noch nie als Roman gestaltet worden.

Der Roman Slawischer Frühling tut dies: er schildert so genau wie möglich den Ablauf der Ereignisse der Jahre 856 bis 917 und lässt – gespiegelt im Lebenslauf des fiktiven Haupthelden Grigorij – das Leben der Slavenapostel Konstantinos-Kyrillos und Methodios, Kliment und Naum, Sava und Angelarij sowie Gorazd, aber auch das geschichtsmächtiger Größen wie des Patriarchen Photios’, Kaiser Michaels III., Bardas’ oder Papst Nikolaus’ I. lebendig werden. Die detailversessene Darstellung ist um Historizität selbst unbedeutender Nebenpersonen bemüht, die Mehrzahl der im Roman auftretenden Gestalten ist historisch. In der Darstellung der Ereignisse werden die Lücken, die die wissenschaftliche Historiographie infolge der unzureichenden Quellenlage lassen muss, durch wahrscheinliche Hypothesen überbrückt, so dass ein hohes Maß an Authentizität erreicht wird. Der westliche Leser wird viel Neues erfahren und zu einem tieferen Verständnis des nicht ausschließlich von Rom bestimmten Teils Europas gelangen, aber auch der Fachmann wird begrüßen, dass der Roman das sonst oft trockene und dürftige Faktenmaterial zum Leben erweckt.

Der Roman gliedert sich in sechsunddreißig Kapitel entsprechend den sechsunddreißig Buchstaben des ältesten slavischen Alphabets und in sechs Bücher, die nach den Hauptstationen im Leben des Helden Grigorij benannt sind: Bithynien, Konstantinopel, Chazarei, Morava, Sirmium und Bulgarien. Bithynien ist jene kleinasiatische Landschaft am Fuße des Olympos (heute türkisch Ulu Dağ), wo im 9. Jahrhundert noch zahlreiche Slaven wohnten, die teils als Flüchtlinge, teils durch rhomäische Umsiedlungsmaßnahmen aus Bulgarien hierher verpflanzt worden waren. Hier beginnt der Roman in einem Fischerdorf am See von Nikäa (heute türkisch İznik).

Die folgenden Jahre verbringt der Romanheld in einem Kloster auf dem Olymp und ist an der Vorbereitung der slavischen Mission beteiligt. Außer Konstantinos (den späteren hl. Kyrillos) lernt er hier dessen Bruder Methodios, aber auch den späteren hl. Kliment bereits kennen.

Auf Bitten des neuen Patriarchen Photios kehrt Konstantinos nach dem Eintreffen einer chazarischen Gesandtschaft, zu deren Abfertigung er vonnöten ist, in die Kaiserstadt zurück. Grigorij begleitet ihn als sein Sekretär. Als Jüngling erlebt er die glänzende Metropole, sieht sich aber auch Gefährdungen der Seele und des Leibes ausgesetzt. Im Kloster der Heiligen Sergios und Bakchos (heute türkisch Küçük Ayasofya camii) begegnet er seinen späteren Gefährten Naum und Angelarij. Prinz Aslan, ein – fiktives – Mitglied der chazarischen Gesandtschaft, begleitet ihn als Freund bei einigen (teils pikanten) Abenteuern.

Bevor die kaiserliche Gesandtschaft, verspätet infolge des Überfalls skandinavischer Rus’, an den Kaukasus aufbricht, verbringt Grigorij zusammen mit Konstantinos und Methodios den Winter in Cherson, wo Konstantinos Sprachstudien als Vorbereitung auf die Mission bei den Chazaren treibt. Dabei kommt es zu erstaunlichen Geschehnissen: einem Sprachwunder und der wunderbaren Auffindung der Gebeine des heiligen Clemens. Nach einem glimpflich verlaufenen Zusammenstoß mit Ungarn geht es endlich zum Ziel der Reise an den Kaukasus, wo weltpolitische Entscheidungen getroffen werden.

Kaum von der abenteuerlichen Reise an den Kaukasus und an den Hofs des chazarischen Chagans zurückgekehrt, erwartet Konstantinos eine neue Aufgabe: eine Gesandtschaft des slavischen Fürsten von Morava erbittet einen Lehrer, der das Christentum unter ihnen in slavischer Sprache verbreiten könne. Diese Kapitel, die vom Weg des Romanhelden über Thessaloniki und durch die von arabischen und serbischen Korsaren bedrohten adriatischen Gewässer nach Morava, später über Moosburg am Plattensee (beim heutigen Zalavár) und Venedig nach Rom, zuück nach Sirmium (heute Sremska Mitrovica) und Morava, als Gefangene nach Schwaben, nach Flüchtlinge nach Belgrad, in die bulgarische Hauptstadt Preslav und schließlich im Alter an den See von Ochrid schildern werden, sind noch nicht geschrieben. Ich hoffe, dass ich im Ruhestand (ab August 2013) die Muße finden werde, den Roman zu beenden.