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Wie findet man die Zeichen auf der Tastatur?

Während für alle modernen slavischen Sprachen und auch Altgriechisch inzwischen Tastaturbelegungen existieren und man sich allenfalls darüber ärgern wird, dass Russen, Serben und Bulgaren je eigene Belegungen verwenden, gibt es unter Microsoft keine brauchbaren Tastaturbelegungen für Altkyrillisch oder Glagolitisch. Hier sind Zusatzprogramme erforderlich. Genannt habe ich dafür früher das Programm Kirillica der Firma Link&Link, das dem Benutzer die freie Belegung aller vier Tastaturebenen (einschließlich ALT-GR und SHIFT+ALT-GR) mit Fonts gestattet. Kyrillische und andere osteuropäische Fonts, dazu Griechisch und orientalische Sprachen in guter Qualität werden gleich noch mitgeliefert. Was das Slavische anbetrifft, sind die Fonts CyrillicRoman und CyrillicHelvetic in jeweils drei Schnitten voll befriedigend; für die ältere Orthographie gibt es in freilich nur einem Schnitt ein CyrillicHistoricalRoman mit bei den jusy nicht befriedigenden Formen, für die nichtslavischen Sprachen ein CyrillicExtendedRoman und CyrillicExtendedHelvetic in jeweils drei Schnitten, allerdings weit weniger vollständig als bei Linguist’s Software. Dies ist aber der Wissensstand von 2009. Nach dem Umstieg auf Windows XP machte mir das Programm nichts als Schwierigkeiten, so dass ich es schließlich genervt deinstalliert habe. Möglicherweise sind die Probleme inzwischen gelöst, ich habe es aber nicht mehr versucht.

Bei allen Fonts von Linguist’s Software gehört ein Keyboard switcher genanntes Programm zur bequemen Eingabe über die Tastatur zum Lieferumfang. Es arbeitet ähnlich wie die Kirillica, ist aber anders als dieses nicht frei veränderbar. Das Programm nutzt die Tastaturumschaltung von Windows. Man muss lediglich eine nicht benötigte westeuropäische Tastaturbelegung (für deutsche Anwender kann das Finnisch, Niederländisch oder Englisch sein, auch die alternativen Tastaturbelegungen für Deutsch, Englisch, Italienisch, Spanisch, Portugiesisch oder Französisch) mit der mitgelieferten Tastaturbelegung des oder der neuen Fonts verknüpfen (die englischen Erläuterung im mitgelieferten Handbuch sind erfreulich klar verständlich). Alternativ kann man die TTF-Fonts auch über die Kirillica mit Hilfe selbst erstellter Tastaturbelegungen eingeben. Schließlich ist es auch möglich, die vorgefertigten Tastaturbelegungen des Keyboard switchers in die Kirillica zu integrieren (über „Hinzufügen“, sie werden dann automatisch erkannt). Auch dieses Programm habe ich selber seit Jahren nicht mehr eingesetzt, die Informationen können veraltet sein.

Eine guten Gewissens zu empfehlende Alternative zur teuren Kirillica ist das preiswerte (Shareware-) Programm Keyboad Layout Manager (kurz KLM genannt) der Serben M. Vidaković und I. Milijašević, das in vier Versionen (Lite, Medium, Professional und 2000) vorliegt. Anders als bei Kirillica gibt es keine mitgelieferten Fonts, keine Wörterbücher, keine stets einblendbare Tastaturbelegung und keine Möglichkeit, über nur éinen Tastendruck Tastaturbelegung und Font umzustellen. Diese Nachteile werden aber nicht nur durch den etwa zehnmal geringeren Preis ausgeglichen, sondern auch durch handfeste Vorteile: das Programm ist sauber in Windows integrierbar, es werden keine Funktionen überschrieben, so dass die volle Funktionalität von Windows erhalten bleibt. Die Umbelegung der vorhandenen Tastaturen oder die Schaffung eigener Belegungen funktioniert ähnlich wie bei Kirillica, die Bildschirmdarstellung ist aber größer, so dass man nicht halb blind arbeiten muss. Tastaturbelegungen können auch für Unicode-Fonts erstellt werden, wobei lediglich das Blättern in den jeweiligen Codepages nervend sein kann, aber die Arbeit macht man sich ja nur jeweils einmal. Den größten Vorteil bei der Arbeit aber sehe ich darin, dass anders als bei der Kirillica beim Scrollen durch den Text wohl der eingestellte Font mit der Cursor-Umgebung wechselt, nicht aber die eingestellte Tastaturbelegung. Wer oft vielsprachige Texte zu erstellen hat, wird diese Bequemlichkeit, an die ich auch von meinem Atari-Programm Script 5 her gewöhnt war, sehr schnell schätzen lernen. Die nur englischsprachige Hilfefunktion ist ausreichend, Probleme hatte ich lediglich mit der Belegung des Ziffernblocks, außerdem erfordert eine Änderung der Tastaturbelegung nach meiner Erfahrung immer einen Neustart. Ich selber habe für mich günstige Tastaturbelegungen für Lateinisch (alle europäischen lateinischschriftigen Sprachen über die deutsche Tastatur darstellbar), Kyrillisch (alle europäischen kyrillischschriftigen Sprachen über die russische Tastatur darstellbar) hergestellt, außerdem solche für Altkyrillische (Crkvica), Glagolitisch u.a.m. Die entsprechenden Dateien stelle ich registrierten Benutzern von KLM auf Anfrage gerne kostenlos zur Verfügung.